Der Konkurs erfolgte im Februar 1982, als sich die DeLorean Motor Company außerstande sah, eine fällige Zinsforderung der Britischen Regierung in Höhe von 800.000 Dollar zu begleichen. Ironischerweise deutet vieles daraufhin, dass die Briten selbst hierfür die Verantwortung trugen.

Im März 1981 fassten gefangene IRA-Aktivisten im Maze Prison nahe Lisburn den Entschluss, ein weiteres Mal in Hungerstreik zu treten, um gegen die unmenschliche Behandlung der Häftlinge zu protestieren und den Status politischer Gefangener zu erhalten. Als Anführer des Streiks war es der wegen Besitzes einer Feuerwaffe einsitzende Bobby Sands, der als erster von insge- samt 23 Insassen die Nahrungsaufnahme verweigerte. Anfangs noch weitestgehend ignoriert, sorgte Sands bald für landesweite Schlagzeilen. Tage wurden Wochen und schließlich war der Ire derart abgemagert, dass die Britische Regierung tagte. Premierministerin Margaret Thatcher zeigte sich jedoch unerbittlich und erklärte letztlich vor laufenden Kameras, dass die Regierung nicht auf die Forderungen der Streikenden eingehen werde. Sands starb am 5. Mai 1981 und wurde als Märtyrer zum Symbol des Freiheitskampfes. Ganz Nordirland trieb es auf die Straßen.

Um den Demonstrationen Einhalt zu gebieten, sperrte die nordirische Polizei das gesamte Gebiet rund um die Twinbrook-Wohnsiedlung, in der Sands' Mutter lebte und die Fabrik der DeLorean Motor Company stand. Soldaten umstellten das Territorium, niemand durfte mehr hinein oder hinaus. Aus Wut warfen in besagtem Gebiet festgehaltene Jugendliche schließlich mit Brandbomben. Dabei wurden einige Besitztümer in der Umgebung getrof- fen, so auch das Fabrikareal der DMC. Ein Bürogebäude, das dem Zaun sehr nahe war, fiel mehreren Molotow-Cocktails zum Opfer und brannte vollständig nieder, wobei ein Großteil der darin gelagerten Unterlagen vernichtet wurde. Es dauerte Wochen, ehe die zerstörten Besitztümer wiederhergestellt waren. Einiges ging gar für immer verloren. Das setzte DeLoreans Firma außer Betrieb und brachte ihr erhebliche finanzielle Verluste ein.

Die Britische Regierung hatte alle nordirischen Firmen für Verluste, die der feindseligen und labilen politischen Situation zu verdanken waren, mit einer speziellen Schadensversicherung ausgestattet. Den Rechnungsprüfern der Regierung zufolge [...] schuldete man unserer Firma auf Grund der Sachbeschädigung 21 Millionen Dollar. Auch ein viel kleinerer Teil dieser Summe hätte genügt, um die fällige Zinsgebühr (800.000 Dollar) begleichen zu können, welche in der Folge zum Beweggrund unserer Konkursverwaltung wurde. Die Tatsache, dass die Regierung keinerlei Schadensersatzzahlungen vornahm, obwohl ihr dies sogar vom Wirtschaftsministerium nahegelegt wurde, schien mir ein weiterer Beweis dafür zu sein, dass man – trotz des vielen Geldes, das bereits in den Aufbau unserer Firma investiert worden war – nicht die Absicht besaß, uns überleben zu lassen.
(DeLorean Autobiografie, S.146)

Zur Stabilisierung der Firma hätte eine geplante Aktienemission beitragen können. Deren komplizierter Plan sah u.a. die Gründung der DeLorean Motors Holding Company vor, die künftig als Mutterkonzern der DeLorean Motor Company hätte fungieren sollen. Durch den Verkauf einiger Anteile dieses neuen Konzerns versprach sich DeLorean knapp 27 Millionen Dollar. Doch das Vorhaben schlug fehl, da die Börsenaufsichtsbehörde die Rentabilität der Firma in Frage stellte. Darüber hinaus warf John DeLorean der Britischen Regierung in seiner Autobiografie vor, sie habe mehr Anteile gefordert, als ihr vertraglich zustanden. Ferner habe sie bei dieser Gelegenheit versucht, weitere Stellen des Rahmenvertrages neu auszuhandeln.

Es war reine Erpressung. Das Börsenangebot hätte unsere Firma gerettet und mich zu einem reichen Mann gemacht – wenn auch nur auf dem Papier.
(DeLorean Autobiografie, S.147)

Als es im Februar folglich an Geld mangelte, bat DeLorean ein letztes Mal die Britische Regierung um Hilfe. Diese aber gab in Person von James Prior bekannt, keine weiteren Gelder zur Verfügung stellen zu wollen. Nur elf Monate nach dem Start der Produktion wurde die DeLorean Motor Company in Konkursverwaltung gesetzt. Im Vereinigten Königreich sah man in einer Konkursverwaltung jedoch keine Vorstufe zum Ruin, sondern vielmehr eine Gelegenheit zur Neuorganisation der betroffenen Firma. Das jedenfalls erzählte der Konkursverwalter der Britischen Regierung, Sir Kenneth Cork, den Führungskräften der DMCL und wirkte dabei sehr überzeugend. Als jedoch die Öffentlichkeit vom Kon- kurs der DeLorean Motor Company erfuhr, verlor die Firma auch den letzten potentiellen Kunden auf dem US-Automobilmarkt. Wer wollte schon das Risiko auf sich nehmen, ein Auto zu erwerben, dessen langfristige Instandhaltung und Ersatzteilversorgung in Gefahr schwebte. Dementsprechend fiel der Wert des Automobilbestandes der DMC am Tag der Konkursankündigung um knapp 20 Millionen Dollar. Die Autos konnten zwar weiterhin verkauft werden, allerdings nur noch zu Spottpreisen. Die Firma war am Ende, DeLoreans schlimmste Befürchtungen Realität. Doch noch war nicht alles verloren: Mit ein bisschen mehr Geld und ein bisschen mehr Zeit konnte alles wieder in Ordnung gebracht werden...

In Folge der Konkursmeldung traten viele Unternehmen an die DeLorean Motor Company heran und schlugen Geschäfte vor, die beiden Seiten zum Vorteil gereichen sollten. Im April 1982 meldete sich beispielsweise Sol Shenk, der Vorstandsvorsitzende einer millionenschweren Firma namens Consolidated International. Daraufhin erwarb Shenk 1374 DeLoreans zum Preis von je 12.500 Dollar. Mit den daraus resultierenden Einnahmen von knapp 17 Millionen Dollar beglich die DeLorean Motor Company ausstehende Schulden bei der Bank of America. Hätte die Firma wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden, wären sämtliche an Sol Shenk verkaufte Autos für jeweils 13.500 Dollar zurückgekauft worden.

Im Anschluss an dieses Abkommen appellierte die DeLorean Motor Company an ihre 343 Händler. Diese sollten zur Rettung der Firma jeweils vier 81er- und zwei 82er-Modelle erstehen. Die klare Antwort der Händler lautete jedoch: "Nein danke!" Eine Führungskraft der DMC begründete dies mit den Worten: "Letztlich waren wir für fünf Prozent von deren Geschäften und 95 Prozent von deren Problemen verantwortlich." Da der DMC weiterhin wichtige Gelder fehlten, schloss man am 31. Mai 1982 die Fabrik in Dunmurry, in der trotz des Konkurses weiterhin knapp 1300 Arbeiter zu Werke gegangen waren. Fast allen wurde nun gekündigt. Lediglich 150 von ihnen sorgten dafür, dass die Fertigungsanlage in der Folge nicht gänzlich verwahrloste.

Die Britische Regierung bot DeLorean schließlich eine Art Restrukturierung an und erklärte sich bereit, sämtliche Schulden der Automobilfirma mit einem Male abzuschreiben. Da sie sämtliche Vermögenswerte der Firma besaß, war sie im Falle von deren Untergang ohnehin hinreichend abgesichert. Eine Bedingung für dieses dennoch überaus großzügige Angebot gab es natürlich: DeLorean musste zunächst sämtliche bis dato gefertigten Automobile an den Mann bringen. Eine wahre Herkules-Aufgabe! Um sie zu bewältigen, schraubte die DMC den Preis der Autos von 25.000 Dollar auf 19.999 Dollar herunter, stellte jedem Käufer eine Garantie über fünf Jahre sowie 50.000 Meilen aus und warb zwei Wochen lang über CBS-Radiostationen in den zehn Staaten mit dem größten Absatzpotential. Die DeLorean Motor Company schien zurück im Geschäft, der Konkurs überwindbar. Auch deshalb, da man zwischenzeitlich Wege zur effektiven Senkung der Herstellungskosten und kritischen Gewinnschwelle gefunden hatte. Einer erneuten Aufnahme der Produktion standen demnach nur die Lagerbestände sowie die noch immer erfolglose Suche nach einem Großinvestor im Wege, der die Firma mit einem Arbeitskapital von mindestens 10 Millionen Dollar ausstatten musste.

Aus diesem Grund entschloss sich John DeLorean, seine ohnehin endlosen Bemühungen noch zu intensivieren. Er musste um jeden Preis Investoren finden. Auf seiner Suche geriet er jedoch abermals in Schwierigkeiten...

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