Zur Wiedereröffnung der Fabrik, Wiederaufnahme der Produktion und Rettung seiner Automobilfirma benötigte Firmengründer John Z. DeLorean vor allen Dingen eines: Geld. Genauer gesagt: Mindestens 10 Millionen Dollar. Um diese üppige Summe aufzutreiben, machte sich DeLorean weltweit auf die Suche nach Investoren und empfing jeden, der vorgab, vermögend zu sein. Dabei sprach er nicht nur mit dem ein oder anderen Öl- scheich im Nahen Osten, sondern wandte sich - der Autobiografie Iacoccas zufolge - auch an den damaligen Chrysler-Präsidenten und schlug diesem eine Fusion der beiden Firmen vor. Doch keine seiner umfangreichen Bemühungen schien irgendwelche Früchte zu tragen. Aufgeben kam für DeLorean allerdings nicht in Frage. So nahm er jede Niederlage als neue Herausforderung und ging immer aggressiver der Rettung seines Traumes nach.

Zwischen Juli und Oktober des Jahres 1982 führte ich fast 3000 Telefonate und bereiste weltweit nahezu einhundert Städte. [...] Ich war stolz auf den Aufbau meiner eigenen Automobilfirma. Der Gedanke, aufzuhören, mir einzugestehen, dass ich versagt hatte, war nicht akzeptabel. [...] Im Unterbewusstsein wollte ich nicht das Aus des Denkmals sehen, das ich mir selbst gesetzt hatte.
(DeLorean Autobiografie, S.184, 186)

Die Schlüsselfigur des folgenden Drogenskandals war ein Mann namens James Hoffman, der Mitte der Siebziger während eines Drogengeschäfts von Agenten der Drug Enforcement Administration (DEA) verhaftet und vor die Wahl gestellt worden war, für längere Zeit ins Gefängnis zu wandern oder aber in Zukunft als Informant für die DEA zu arbeiten. Hoffman hatte sich für letzteres entschieden und in der Folge seine ehemaligen Freunde aus der Drogenbranche verraten. Da ihm anschließend jedoch in mehreren Fällen grobe Fehler unterlaufen waren, stand er im Sommer 1982 unter großem Druck. Wollte er nicht doch noch eine Haftstrafe absitzen, musste er für ein richtiges Erfolgserlebnis sorgen.

Zum damaligen Zeitpunkt suchte John DeLorean bereits mit aller Macht nach Investoren, eine Gegebenheit, die Hoffman in der Folge gnadenlos auszunutzen wusste. Zugute kam ihm hierbei, dass er DeLorean 1980 schon einmal über den Weg gelaufen war. Damals hatte Hoffman die Osterferien mit seiner Familie in Pauma Valley verbracht und überrascht festgestellt, dass sein Nachbar John DeLorean hieß. Dieser be- saß in Pauma Valley eine Ranch und war ebenfalls mit seiner Familie vor Ort. Wie es der Zufall so wollte, hatten sich die beiden Männer in jenen Tagen kurz unterhalten. Genau das machte sich Hoffman nun zunutze. Am 29. Juni 1982 rief er bei der Geschäftsstelle der DeLorean Motor Company in New York an und erklärte DeLoreans Sekretärin, dass er Investoren habe, die willig seien, Gelder zur Verfügung zu stellen.

So nahm das Schicksal seinen Lauf. Hoffmans Vorhaben war klar: Er erzählte der DEA, er habe einen großen Fisch an der Angel und überzeugte die Agenten davon, dass John DeLorean mit Drogen handle. Er versprach ihnen, er könne ihnen DeLorean liefern. Dadurch hätte Hoffman enorm an Ansehen hinzugewonnen. Darüber hinaus wurden die DEA-Abteilungen damals für Verhaftungen mit Prämien belohnt. Je "größer" die verhaftete Person war, desto mehr kassierten sie. Allein beim Namen "DeLorean" träumten demnach bereits viele Agenten von einer Beförderung. Die Tatsache, dass es sich beim Gründer der DeLorean Motor Company um einen anerkannten Geschäftsmann guten Rufes handelte, wurde willentlich außer Acht gelassen. Hoffman aber, einem verurteilten Straftäter, schenkte man Glauben. Was nunmehr fehlte, waren Beweise. Im Juli 1982 eröffnete die DEA in Kooperation mit dem FBI offiziell die DeLorean-Ermittlung.

Am 11. Juli empfing ich einige Telefonate von Hoffman auf meiner Ranch in Pauma Valley. [...] Er wollte mich an der Hotelbar [des Newport Marriott] treffen, einem Platz namens Main Brace. Ich stimmte schließlich zu.

Als ich Hoffman dort traf, führte mich dieser unverzüglich in eine abgelegene Ecke des Raumes hinter einen Wandschirm, weg von der Bar. Es war kein anderer in diesem Bereich, man konnte dort also ungestört reden.

Es gab viele Tische in dem Hinterzimmer. Ich wählte einen solchen, über dem eine Lampe hing, damit wir gemeinsam die etwa einhundert Seiten an finanziellen Dokumenten durchsehen konnten, die ich mitgebracht hatte. Statt sich allerdings zu setzen, führte mich Hoffman in ein sehr dunkles Separee. Ich dachte, das sei zu dieser Zeit sonderbar und erklärte ihm, wir sollten uns ins Licht setzen, damit wir die Dokumente prüfen konnten. Doch er blieb hartnäckig. Ich debattierte nicht. Der Mann war ein Fremder, ein bisschen exzentrisch in seinem Verhalten, aber damals hatte ich bereits schier alles gesehen (dachte ich). Wenn er Investoren hatte und in einer dunklen Ecke sitzen wollte, um das Geschäft abzuschließen, war ich damit einverstanden. Was zählte, war die finanzielle Hilfe für meine Firma. [...]

[Natürlich] hatte er mich in die dunkle Ecke gelockt, da dort ein verstecktes Mikrofon installiert worden war, mit dem unser Gespräch aufgezeichnet wurde. Ich bin davon überzeugt, dass das Tonband, welches im Laufe dieses Treffens entstand, nie an die Öffentlichkeit kam, da es meine Unschuld bewiesen hätte. Mehreren Ermittlungsbeamten zufolge machte diese Vermutung auch im Justizministerium die Runde.

(DeLorean Autobiografie, S.173-174,177-178)

DeLorean selbst ahnte natürlich noch nicht, dass Hoffman ihn zu einem Rauschgifthandel bewegen wollte. Er folgte allein dem Ruf des Geldes, das Hoffmans angebliche Investoren bereitstellen wollten. Hinzu kam, dass sich ein FBI-Agent mit dem Decknamen James Benedict als Präsident von Eureka Federal, einer großen Bank, ausgab. Er stärkte Hoffman den Rücken und ließ DeLorean glauben, Hoffman stünden große Finanzmittel zur Verfügung. Über Drogen verlor man dagegen anfangs kein Wort. DeLorean sollte sich vorerst sicher fühlen.

Nach weiteren Telefongsprächen traf er sich am 4. September 1982 mit Hoffman in dessen Zimmer im Washingtoner L'Enfant Plaza Hotel. Im vorangegangenen Telefonat hatte Hoffman DeLorean gute Neuigkeiten versprochen. Während des Treffens offenbarte der Informant schließlich, dass die eigentliche Investition so gut wie ins Wasser gefallen sei, dass er in der Zwischenzeit jedoch ein anderes Geschäft habe zusammenstellen können, an dem sich auch einige Geschäftsleute aus Kolumbien beteiligen wollten.

Ich vermute, die Erwähnung von Kolumbianern war ein Hinweis auf den wahren Hintergrund des "Geschäfts". [...] Ich war allerdings nicht in der Drogenbranche aktiv, sondern ein Automobilproduzent, der zuvor als Führungskraft einer Firma mit internationalen Zweig- und Außendienststellen gearbeitet hatte. [...] Als Hoffman kolumbianische Geschäftsleute erwähnte, klang das für mich folglich ebenso legitim, als habe er Franzosen, Schweizer oder Kanadier genannt. Nicht jede French Connection entpuppt sich am Ende als Heroinlieferant aus Marseille.
(DeLorean Autobiografie, S.187-188)

Hoffman erklärte, er könne durch dieses Geschäft mindestens 30 Millionen Dollar auftreiben, genug Geld also, um die DMC zu retten! Dann meinte Hoffman, dass DeLorean auf zweierlei Wegen zu seinem Geld kommen könne: Durch ein Drogengeschäft oder die ursprünglich erörterte Zwischen-finanzierung. Diese Darlegung schockierte DeLorean ohne Ende. Nahezu reflexartig erklärte er Hoffman, dass er die Zwischenfinanzierung bevor- zuge. Davon zeigte sich dieser natürlich keineswegs überrascht. Ehe er das Thema wechselte, gab Hoffman geschickt weitere Details des Drogendeals preis. So begann DeLorean zu realisieren, dass er einem Verbrecher gegen- übersaß. Er war zutiefst beunruhigt. Hoffman schien aktiv in das organi- sierte Verbrechen involviert zu sein! Noch furchterregender aber war, dass der Präsident einer großen Bank, James T. Benedict, mit ihm zusammenarbeitete. Dies nämlich wies daraufhin, dass Hoffmans Organisation eine äußerst einflussreiche Multimilliarden-Dollar-Einrichtung zur Verfügung stand.

Im Anschluss an dieses Treffen wusste John DeLorean, dass er einen Weg finden musste, um aus dem Geschäft wieder aussteigen zu können. Nach langen Überlegungen gelangte er zu der Auffassung, er müsse Hoffman auf den Gedanken bringen, dass er eine Organisation vertrat, die weit brutaler war als dessen Verbindungen. Die Lösung lag nahe. Die Fabrik der DMC stand in Nordirland, der Heimat der Irish Republican Army, zum damaligen Zeitpunkt eine der gefürchtesten Terrororganisationen der Welt. Im Verlauf eines Telefongespräches mit Hoffman behauptete DeLoreans schließlich, dass er mit eben dieser IRA zusammenarbeite. Hierdurch hoffte er, Hoffman verwirren und Zeit gewinnen zu können. Natürlich hätte er auch frei heraus erklären können, dass er mit Verbrechern wie Hoffman nichts zu tun haben wolle. Jedoch sah DeLorean in Hoffman einen gefährlichen Verbrecher. Wie würde dieser reagieren, wenn er einfach ausstieg? Der Amerikaner wollte vorerst kein Risiko eingehen.

Natürlich nahm John DeLorean überdies unverzüglich Kontakt zu Tom Kimmerly, dem Anwalt seiner Firma, auf. Aus Angst um seine Familie erwähnte er diesem gegenüber zwar nicht direkt das Drogengeschäft, meinte aber, er sei gezwungen, in ein illegales Vorhaben zu investieren. Kimmerlys Ratschläge sollten ihm weiterhelfen: Sich zu nichts verpflichten, keine Verträge abschließen, keine Gelder investieren oder annehmen und vor allen Dingen blockieren! Wenn er sie lange genug hinhalten konnte, würde man ihn irgendwann aufgeben. Stattdessen aber drängte man DeLorean mehr und mehr zu einer Investition in das Drogengeschäft.

Am 15. September 1982 erhielt DeLorean einen Anruf von James Benedict. Dieser plauderte weitere Details des Drogengeschäfts aus und nannte erstmals des Namen von William Morgan Hetrick. Hetrick hatte mit den FBI- und DEA-Agenten nichts am Hut und war tatsächlich in der Drogenbranche tätig. Benedict zufolge hatte tätig. Benedict zufolge hatte er versprochen, 100 Kilogramm Kokain aufzu- treiben. Der Geschäftsplan selbst sah wie folgt aus: Zum Kauf der von Hetrick importierten Drogen sollten John Vicenza (DEA-Agent John Valestra) und John DeLorean 3,2 bzw. 1,8 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Hoffman selbst wollte das erworbene Kokain anschließend für unge- fähr fünfzig Millionen Dollar weiterverkaufen und den Gewinn aus dem Geschäft in Aktien der DeLorean Motor Company investieren. Mit Hilfe dieser Finanzspritze sollte die Fabrik in Dunmurry wiedereröffnet werden und der Verbrecherring ins Management der Firma einsteigen. Das Geschäft schien sich dem Ende zu nähern. Als Benedict am selben Tag ein weiteres Mal anrief, entschied DeLorean daher, einmal mehr die IRA ins Spiel zu bringen. So gab er Benedict zu verstehen, dass er sich nicht länger am Drogengeschäft beteiligen könne, da ihm die IRA Einhalt geboten habe und diese über seine 1,8 Millionen Dollar verfüge.

Benedict:
"…Sie bringen mich gerade wirklich in eine schwierige Situation."

Ich sah in diesen unheilvoll gesagten Worten eine ernsthafte Drohung.

DeLorean:
"Ich weiß, doch wie Sie sehen, hatten sie keine Wahl. Ihr [die IRA] einziges Interesse besteht darin, die Firma am Leben zu erhalten. Sie wollen nichts anderes…"

In anderen Worten: Ich weiß, dass Ihre Bande aus schlimmen Kerlen besteht, aber ich habe die "noch schlimmere" IRA, und die möchte Geld für meine Firma. Sie ist nicht an Ihrem Drogengeschäft interessiert, nur am Investmentkapital der Automobilfirma. Wenn Sie diese Art von Geld haben, können wir reden. Wenn nicht, muss ich den "schlimmeren" Kerlen nachgeben.

Benedict:
"Das wird uns sehr, sehr schlecht aussehen lassen. Und es bringt mich generell in eine schwierige Situation, da wir uns Ihrem Interesse anvertraut haben." [...]

Ich erklärte, dass ihr [die IRA] einziges Interesse die Erhaltung der Firma sei und betonte, dass "die Leute, die das Geld aufbringen, die Iren sind. Es ist eine irische Gruppe und Jim [Hoffman] habe ich bereits mitgeteilt, um welche es sich dabei handelt." Sofern die Botschaft mit der IRA noch nicht deutlich genug gewesen war, wollte ich sie hiermit weiter hervorheben. Letzten Endes sagte ein frustrierter Benedict das, was ich hören wollte.

Benedict:
"Also was soll ich nun Ihrem Wunsch nach tun? Wollen Sie, dass ich das Geschäft absage?"

DeLorean:
"Ich sehe derzeit keine Alternative. Sofern Sie nicht irgendeine andere Idee haben, kommen wir erst wieder vorwärts, wenn wir ihn zu einer Investition bringen können. Aber Sie sagen ja, das sei unmöglich."

In anderen Worten: Entweder in meine Firma investieren oder nicht mehr mit mir sprechen. Ich werde kein Drogengeschäft abschließen.
(DeLorean Autobiografie, S.194-196)

Selbstverständlich überprüften das FBI und die DEA DeLoreans Verbindungen zur IRA und stellten fest, dass der Automobilmanager gelogen hatte. Ihnen war klar, dass DeLorean mit allen Mitteln versuchte, aus dem Drogengeschäft auszusteigen. Allerspätestens hier hätten die Agenten dem Gesetz nach ihren Einsatz abbrechen müssen. Doch sie alle träumten bereits von ihren Prämien und Beförderungen. Also machten sie weiter...

Ich bin raus, dachte ich. Ich hatte sie aufgehalten. Jetzt war ich mir sicher, dass sie mich fallen lassen würden. Ich hatte mich mit minimaler Konfrontation befreit. Ich hätte erleichtert sein müssen. Doch stattdessen war ich extrem aufgebracht.

Damals nahm ich nachts immer zwei Schlaftabletten. Später an diesem Abend schluckte ich meine Pillen und fiel in einen unruhigen Schlummer. Das Telefon weckte mich und ich nahm taumelig ab. Es war Hoffman. Ich war sofort wach. Mein Magen verknotete sich, mein Atem war schnell und mein Herz raste. Nicht weiter, sagte ich mir. Nicht weiter. Ich wollte das alles beenden. Ich wollte, dass mich Hoffman in Ruhe ließ. Es war wie in diesen Horrorfilmen, in denen das Monster nach jeder Niederlage größer und stärker zurückkehrt – mit dem Unterschied, dass dies das reale Leben war. Dieser Mann war aus Fleisch und Blut, daher war die Gefahr umso furchterregender. Mein Film wollte einfach nicht enden und das Monster, dem ich gegenüberstand, nicht verschwinden.

Diesmal war Hoffman barsch, gottlos und bedrohend. "Sie wissen zuviel – Sie können nicht aussteigen – wenn Sie auszusteigen versuchen, wird es ein Blutbad geben – ich werde Ihnen den Kopf Ihrer kleinen Tochter in einer Einkaufstasche nach Hause schicken! Wenn Benedict Sie morgen anruft, sollten Sie besser kooperieren."

Schließlich war das Unvorstellbare und Unaussprechliche gesagt worden.
(DeLorean Autobiografie, S.198-199)

DeLorean hatte keine Wahl. Als Benedict am nächsten Morgen anrief und warnend an Hoffmans Anruf vom Vortag erinnerte, akzeptierte DeLorean dessen Vorschläge. Der Chef der DeLorean Motor Company war von Kriminellen umgeben und es gab keinen Ausweg. Benedict erörterte Verträge. Hoffman drohte seiner Familie. Keiner schien wegen seiner Verbindungen zur IRA beunruhigt. Was DeLorean blieb, waren die Ratschläge seines Anwaltes: Keine Verpflichtungen eingehen und blockieren. Doch die Agenten hatten ihr Ziel klar vor Augen - das Drogengeschäft.

Schließlich stellte sich heraus, dass der Deal am 19. Oktober 1982 über die Bühne gebracht werden sollte. Ohne es wirklich zu realisieren, war DeLorean immer tiefer in die Drogengeschichte hineingeraten. Der Druck, der sich in ihm aufbaute, war enorm. Tief im Inneren befürchtete er, dass er den 19. Oktober nicht überleben würde. Mit dem Verlust seiner Firma und dem möglichen Tod konfrontiert, war DeLorean allerdings noch immer nicht bereit, aufzugeben. Um seine vermeintlichen Mörder nicht ungestraft davonkommen zu lassen, schrieb er einen Brief an seinen Anwalt, in dem er detailliert beschrieb, was vorgefallen war. Der Brief verlieh ihm womöglich ein wenig Macht über die Verbrecher, ein wenig Einfluss, um seine Familie zu beschützen oder gar Rache vom Grab aus zu nehmen, falls das Schlimmste eintreten sollte.

Tom-
Ich reise morgen nach L.A., um ein kleines Wunder zu vollbringen! Ich werde das organisierte Verbrechen zu einer Investition in Höhe von buchstäblich 10 Millionen Dollar verleiten, um die Fabrik in Nordirland wiederzueröffnen – und wenn sie es herausfinden, werden sie nichts mehr daran ändern können! Hoffman, Benedict, Hetrick und Vicenza sind nicht das, was sie zu sein vorgeben – sie sind (sei nicht geschockt) Kokaindealer! Zu viele Dinge, von denen sie mir erzählt haben, sind wahrlich unmöglich. Sie haben mich zudem in ein Schauspielszenario mit hineingezogen, das dermaßen lächerlich ist, dass es mir schwerfällt, keine Miene zu verziehen. Hoffman, Hetrick, Benedict und Vicenza kennen sich bereits seit Jahren – ich hingegen kenne nicht einmal Hoffmans oder Benedicts Haustelefonnummer – Hoffman aber ruft mich andauernd an, trägt mir auf, Benedict oder Hetrick anzurufen und übermittelt mir anschließend auch noch exakt, was ich ihnen zu sagen habe - Wort für Wort. Sie sind ohne Frage Teil des organisierten Verbrechens und nutzen Eureka Federal Savings and Loan als Fassade, um Geld zu waschen. Ihr Kokaintheater ist allein dafür da, damit ich mich involviert fühle, so dass ich bei der Herkunft ihrer Gelder nicht protestiere.

Sobald sie morgen die 10 Millionen Dollar an Eureka überwiesen haben und Benedict das Geld per telegrafischer Geldüberweisung an Cork-Gully weitergeleitet hat, wird die Bande 100 Prozent der DMC-Kapitalgesellschaft besitzen; eine Briefkastengesellschaft ohne Vermögensgüter! Der Stoy-Hayward-Klient wird die Fabrik leiten, welche nach wie vor im Besitz der Britischen Regierung stünde, während die DMC-Aktionäre auch fortan die Kontrolle über die amerikanische Firma innehätten. Im Endeffekt wird die Bande 10 Millionen Dollar in die Fabrik in Belfast investieren und so gut wie nichts davon haben - eine Minoritätsposition in einer Fabrik im vom Krieg erschütterten Belfast, die im Besitz der Britischen Regierung steht! Offensichtlich wollen sie die DeLorean Motor Company jedoch zum Schieben und Waschen von Geld nutzen. Sobald sie herausfinden, dass sie nichts besitzen, geschweige denn kontrollieren, werden sie stocksauer sein. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sie nichtsdestotrotz keine Maßnahmen gegen mich oder die Firma in die Wege leiten werden, da andernfalls all ihre Geldwäsche-Operationen bei Eureka Federal auffliegen würden. Sobald sie Druck machen, werde ich sie darauf hinweisen, dass ein Brief existiert, der im Falle meines Todes geöffnet würde. Sie werden die Sache auf sich beruhen lassen.

Sollte ich falsch liegen und mein Tod auf Gründen beruhen, die nicht unumschränkt natürlich sind, bringe diesen Brief zur Polizei. Sollte ich aus natürlichen Gründen sterben, zerstöre ihn. Tom, kümmere dich um meine Familie.
Gott schütze dich,
John DeLorean.


Ich adressierte den Brief mit folgenden Anweisungen an Tom Kimmerly und dessen Anwaltskanzlei:
Dieser versiegelte Brief ist dir im Vertrauen gegeben, ihn zwei Jahre, bis zum 18. Oktober 1984, aufzubewahren. Sollte ich binnen dieser zwei Jahre sterben, öffne den Brief und folge den Anweisungen. Sollte ich am 18. Oktober 1984 jedoch noch leben und gesund sein, so sende mir den Brief ungeöffnet zurück. John Z. DeLorean, 18. Oktober 1982.
(DeLorean Autobiografie, S.211-213)

Am Morgen des 19. Oktobers gab John DeLorean den Brief persönlich in Toms Büro in Manhattan ab, ehe er zum Flughafen fuhr und nervös das Flugzeug nach Los Angeles bestieg.

Der Showdown begann...

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