Die DeLorean Motor Company sah sich von Beginn an mit zahlreichen Problemen konfrontiert. So gab es beispielsweise einige harte Auseinandersetzungen mit General Motors. GM fasste Ende der Siebziger einen Neuentwurf der Corvette ins Auge und war folglich der einzige Konkurrent der DMC im Sportwagensegment des US-Automobilmarktes. Als langjähriger Chevrolet-Generaldirektor war John DeLorean natürlich bestens mit dem Zweisitzer der Abteilung vertraut und sah in den Corvette-Kunden einen potentiellen Markt für sein Auto. Basierend auf dem Bargeldverhältnis des britischen Pfundes und des amerikanischen Dollars sollten beide Automobile am Ende etwa 18.000 Dollar kosten. Praktisch über Nacht änderte sich der Wert des Pfundes im Umtauschkurs jedoch um drastische 40 Prozent. Daher sah sich John DeLorean gezwungen, den Verkaufspreis seines Autos um dieselben vierzig Prozent zu erhöhen. So musste die Firma für ihr Produkt letztlich mehr als 25.000 Dollar veranschlagen. Ein Umstand, der sicher den Verlust zahlreicher Kunden zur Folge hatte.

Doch Preisrivalität stellte nicht das einzige Problem dar. Eine der größten Herausforderungen der DeLorean Motor Company lag im Aufbau eines umfangreichen Händlernetzwerkes, mit dessen Hilfe DeLoreans Automobil im ganzen Land an den Mann gebracht werden konnte. Dies erschien nur dann möglich, wenn es der Firma gelang, bereits vorhandene Autohäuser fremder Marken zum Verkauf ihres in Nordirland gebauten Sportwagens zu bewegen. Dabei zog DeLorean speziell solche Händler in Betracht, deren Kundschaft dafür bekannt war, gerne auch etwas tiefer in die Taschen zu greifen. Zwar wandte er sich auch an Autohäuser der Marken Volkswagen oder Mazda, besondere Aufmerksamkeit widmete er jedoch Verkaufsstellen von Lincoln oder Cadillac.

Durch meine Arbeit bei General Motors kannte ich einige Besitzer solcher Autohäuser und die meisten von ihnen kannten mich. Ferner war es Vertragshändlern seit knapp dreißig Jahren erlaubt, Automobile fremder Marken zu verkaufen. So konnte ein Cadillac-Händler ebenso gut einen Mercedes oder gar Rolls Royce in seine Verkaufsliste aufnehmen. Und natürlich war es ihm auch erlaubt, einen DeLorean zu verkaufen. [...] Viele der Händler waren begeistert. Sie wussten, dass sich Käufer meines Automobils entweder von einem Cadillac-Käufer unterschieden oder aber über das Geld verfügten, um Autos beider Marken zu kaufen. Mein Produkt hätte folglich keinerlei negativen Einfluss auf die Cadillac-Verkäufe ausgeübt, sondern vielmehr eine neue Art von Kunden angelockt. Aus einer solchen Vereinigung konnte demnach nur Profit entstehen.
(DeLorean Autobiografie, S.139)

General Motors aber setzte viele Vertragshändler gekonnt unter Druck, auch solche, die der DeLorean Motor Company bereits zugesagt hatten. Nicht wenige von ihnen wurden aufgefordert, DeLorean wieder abzusagen und entschieden sich in der Folge, seinen Sportwagen nicht zum Verkauf anzubieten.

Darüber hinaus gibt es Indizien dafür, dass General Motors sogar politischen Druck auf die Britische Regierung ausgeübt hat. Einige Monate nach dem Aus der DMC gelangte DeLorean in den Besitz eines Dokumentes, das sich als Einsendung des US-Außenministeriums herausstellte.

Das Dokument war [...] stark zensiert. Es deutete daraufhin, dass eine ungenannte amerikanische Firma wegen der Finanzierung, die meiner Firma durch die Britische Regierung zuteil wurde, äußerst verärgert war. Man behauptete, dies würde mir einen ungerechten Verkaufsvorteil gegenüber der US-Konkurrenz verschaffen. Da es nur einen amerikanischen Konzern gab, der ein Auto produzierte, das mit dem DeLorean in irgendeiner Weise konkurrierte, gehe ich davon aus, dass die Beschwerde von GM kam. [...] Jedenfalls wurden wir dank dieser Nachricht an Brewster und der Drohung, die sie enthielt, mit einer Gebühr von 371 Dollar pro Auto geohrfeigt, welche an die Britische Regierung ging. [...] Wir wussten es nicht, aber wir waren bereits tot, ehe wir die erste Schaufel in die Erde gerammt hatten.
(DeLorean Autobiografie, S.140)

Durch seine achtzehn Berufsjahre bei General Motors war John DeLorean zudem damit vertraut, dass GM-Offizielle immerzu gepredigt hatten, keine weiteren Gelder in England und schon gar nicht in Nordirland zu investieren, da mit Fabriken in diesen und ähnlichen Ländern nie Gewinne verbucht worden waren. Als die DeLorean Motor Company jedoch aus dem Geschäft war, eröffnete GM überraschend verschiedene Betriebsanlagen in Nordirland, die insgesamt etwa dieselbe Anzahl an Arbeitskräften beschäftigten wie zuvor die DeLorean Motor Company. Zufall?

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