»Sondermodelle sind in der Automobilbranche nichts Ungewöhnliches. Aber ein goldener DeLorean mit Edelstahlkarosserie und einzigartigen Flügeltüren, das ist in der Automobilgeschichte bis heute einmalig. [...]

Die goldige Geschichte begann 1979: Auf der Suche nach einem besonderen Werbegag für die "Goldcard" ging das Kreditkartenunternehmen American Express auf DeLorean Motor Cars Ltd. in Nordirland, zu. Sie beschlossen, eine Serie von maximal einhundert Fahrzeugen exklusiv für American Express anzufertigen. Als Besonderheit sollten deren Karossieren eine 24-Karat Goldbeschichtung erhalten.

Auf der Suche nach einem geeigneten Beschichtungsunternehmen stieß man auf die Umicore Galvanotechnik (damals Degussa). Gerade erfolgreich auf dem Markt eingeführt, stand der Elektrolyt AURUNA 311® - zur Direktvergoldung von Edelstahl - zur Verfügung. Die abgeschiedene Goldoberfläche hat eine sehr gute Haft- festigkeit ohne korossionsempfindliche Zwischenschichten, ist porenarm und duktil und besitzt einen hervor- ragenden Glanz. Nachdem der Elektrolyttyp geklärt war, musste das Handikap, die Größe der Karosserieteile (bis zu 1,5 Quadratmeter), gelöst werden, da die Badvolumina der eigenen Galvanik zu klein waren. Umicore fand als geeigneten Partner die Firma Karl Holder bei Kirchheim-Teck, und mietete für eine Woche einen großen Galvanoautomaten an. Die Firma Holder ist auf Nichtedelmetallprozesse, u.a. für den Automobilbe- reich, spezialisiert.

Im September 1981 startete das Projekt "DeLorean Gold-Edition". Einzig für diesen Zweck wurden 2.500 Liter Goldelektrolyt AURUNA 311® angesetzt. Die Karosserieteile wurden von Hand vorgereinigt und die nicht zu vergoldeten Flächen mit einem Galvanikabdecklack versehen. Nach der üblichen Vorbehandlung erfolgte die Direktvergoldung der gebürsteten Edelstahlteile. Gefordert waren 2,5 µm Goldauflage; bei acht Karosserieteilen pro Auto waren das 800 Gramm Gold. Die Testphase bestand aus zwei DeLorean und Ersatzteilen.

1981 bot American Express die Gold-Edition in ihrem Weihnachtskatalog an. Bestellen und bezahlen konnte man ausschließlich mit der Goldcard. Der Verkaufspreis [dieser] DeLorean betrug damals 85.000 US-Dollar (etwa doppelt soviel wie ein Ferrari). Bei Bestellung musste bereits eine Anzahlung von 10.000 US-Dollar geleistet werden.« (Quelle: Gold Post, Ausgabe 29/2007; für Freunde und Mitarbeiter der Umicore Galvanotechnik)

Verkauft wurden jedoch nur die zwei in der Testpahse gefertigten Goldautos (VIN 4300-4301), dann stoppte der Konkurs der DeLorean Motor Company das Projekt. Keines der beiden Fahrzeuge wurde jemals im Straßenverkehr bewegt und ersteres landete alsbald in einem Museum (National Transportation Museum, Reno). Der Aufenthaltsort des zweiten Gold-DeLorean sollte für 24 Jahre das Foyer einer Bank in Snyder, Texas sein. Als der dortige Bankdirektor und Käufer des Automobils jedoch verstarb, wanderte auch dieser DeLorean in ein Museum, das Petersen Automotive Museum in Los Angeles.

Letzten Endes wurde sogar noch ein dritter Gold-DeLorean gefertigt. Als letztes Produktionsmodell verließ am 24. Dezember 1982 ein aus den Ersatzteilen der ersten beiden Goldmodellen bestehender DMC-12 die Fabrikhallen in Dunmurry und landete ebenfalls unverzüglich in einem Museum (Crawford Auto Museum, Cleveland). Dieser letzte Gold-DeLorean trägt die VIN 20105.

In den folgenden fünf Galerien sind Bilder des VIN 4301 zu finden (Petersen Automotive Museum).


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