Für das Design des DMC-12 engagierte John Z. DeLorean 1975 den italienischen Star-Designer Giorgetto Giugiaro. Doch der Italiener ist nicht allein für das unglaubliche Design des DeLorean Motor Car verantwortlich. Bereits während seiner Zeit bei General Motors hatte DeLorean immer wieder Skizzen von seinem eigenen Traumauto gefertigt. Dabei war ihm vor allem der Komfort für große Fahrer wichtig, da er selbst mit seinen 1,96 Meter oft Probleme beim Einsteigen in tiefe Sportwagen hatte und den kleinen Fußraum in solchen bemängelte. Später forderte er von Giugiaro spezielle Vermessungen des Innenraums, um einen ausreichenden Fuß- und Kopfraum für besonders großgewachsene Fahrer zu gewährleisten.

Nachdem DeLorean seine Arbeit bei General Motors gekündigt hatte, machte er sich erneut Gedanken. Letzten Endes gab es für ihn drei zentrale Punkte. Zunächst sollte sein Auto lange halten. Die amerikanische Automobilindustrie wurde oft kritisiert, da sie Autos so konstruierte, dass man nach nur wenigen Jahren wegen Rostschäden einen neuen Wagen kaufen musste. Dies wollte DeLorean vermeiden. Als Beispiel für ein solches "lebenslängliches" Auto diente ein 1936er Rolls Royce. Diese sah man auch in den späten 70ern noch auf der Straße. In Anbetracht der richtigen Materialien war sich DeLorean sicher, ein solch langlebiges aber auch preisgünstiges Auto erschaffen zu können. Er entschied sich schließlich für gebürsteten Edelstahl.

Ein weiterer wichtiger Punkt war für DeLorean die Sicherheit. Von Anfang an plante er in sein Auto Airbags einzubauen. Doch Airbags waren damals ein Novum und die amerikanische Automobilbranche, die auch nur ungern die Schultergurte akzeptiert hatte, mochte sie nicht. Interessant ist, dass die Airbags bei GM bereits 1956 das erste Mal auftauchten. Da das Management John DeLorean jedoch verbot, diese zu testen und eventuell in Autos einzubauen, verstrichen knapp 30 Jahre, ehe erstmals eine Automobilfirma Airbags in ihren Verkaufsmodellen anbot. John DeLorean zeigte sich erfreut, als Mercedes 1984 die Initiative ergriff und meinte: "Das ist typisch für ihren Mut und ihren Führungsstil."

Das dritte, für John Zachary DeLorean wesentliche Gebiet umfasste die Türenkonstruktion. Da es auf Parkplätzen oft knapp mit dem Aussteigen wurde, suchte DeLorean nach der ultimativen Lösung. Dabei diente einmal mehr Mercedes-Benz als Vorbild. Die Flügeltüren des SL300 Sport Coupe hatten schon in den Sechzigern einen futuristischen Eindruck hinterlassen und waren genau das, was DeLorean suchte. Diese Türen benötigen zum Öffnen einen seitlichen Freiraum von höchstens 30 Zentimetern und ermöglichen im Anschluss ein gänzlich problemloses Ein- bzw. Aussteigen. Der einzige Nachteil der Flügeltüren war ihr Preis.

Letzten Endes wollte DeLorean einen futuristischen Sportwagen, der auch großen Menschen ausreichend Platz bot. Sein Auto sollte auf einem Mittelmotorkonzept basieren und über Flügeltüren sowie eine Edelstahlkarosse- rie verfügen. Nun suchte DeLorean nach einem Designer, der seine Ideen in ein lebendiges Fahrzeug ver- wandeln konnte. Tony Lupine und Giorgetto Giugiaro waren für den Amerikaner die Besten der Welt und da Lupine damals für Porsche arbeitete, flog er nach Turin zu Giugiaro und dessen Firma ItalDesign. Dort konfrontierte DeLorean Giugiaro mit noch mehr Details: Das Auto musste den Sicherheitsstandards der Verei- nigten Staaten entsprechen; es musste per Handarbeit gebaut werden können und für die Massenproduktion geeignet sein; für eine optimale Performance forderte DeLorean von Giugiaro einen Widerstandsbeiwert von ungefähr 0,33; und zuletzt sollte das Auto eine einteilige und elastomare Stoßstange haben, die im Falle eines Zusammenstoßes mindestens 20,32cm (8 Zoll) komprimieren musste.

Giorgetto Giugiaro machte seinem Ruf alle Ehre und erschuf genau das Auto, das Automobilfans auf dem Cover ihrer Magazine sehen wollten. Die scharfen Kanten des DeLorean-Prototyps kombiniert mit dem wunderbar glänzenden Stainless Steel waren eine absolute Kuriosität. Der Traum von DeLoreans erfolgreichem Sportwagen schien Realität zu werden. Noch heute zollt man dem Prototyp vereinzelt mehr Beachtung als dem letztendlichen DMC-12. Dies liegt wohl vor allem an den scharfen Kanten, da diese nach der Überarbeitung durch Lotus beim Verkaufsmodell abgerundet waren.

Heute gilt der italienische Designer längst als Legende. Seit über 40 Jahren zeichnet Giugiaro nun schon die Autos, die uns immer wieder im Straßenverkehr begegnen. Dem Italiener gelang es, alle Vorstellungen und Forderungen von John DeLorean zu bündeln und in einem Traumauto wiederzugeben. Als größter Erfolg in Giugiaros Karriere wird der DeLorean nie gelten. Viel zu unrühmlich versank das Auto dafür in Vergessenheit. Doch das muss den Italiener nicht stören, schließlich erlangte der von ihm gezeichnete Lotus Esprit bereits 1977 als Bond-Car in "James Bond - Der Spion, der mich liebte" Weltruhm.


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