James Hoffman trat am 17. Mai 1984 in den Zeugenstand. Er war der zweite Zeuge der Staatsanwaltschaft und wurde zu Beginn von James Walsh befragt. In diesem Zusammenhang erfuhr DeLorean zum ersten Mal von Hoffmans übler krimineller Vergangenheit. Ferner stellte sich heraus, dass Hoffman über die Jahre hinweg bereits dreizehn Mal eidbrüchig geworden war. Die Offenlegung seiner Vergangenheit verschaffte der Anklage sicherlich keine Pluspunkte. Scheinbar wollte Walsh schlicht sicherstellen, dass keine negativen Überraschungen mehr folgten, als Hoffman am 24. Mai 1984 von Howard Weitzman ins Kreuzverhör genommen wurde.

Im Verlauf des Verhörs gab Hoffman viele verwirrende und teilweise auch sinnlose Aussagen von sich. Er behauptete beispielsweise, DeLorean habe ihn während des ersten Telefongesprächs um die Ausarbeitung eines Drogengeschäfts gebeten. Als er jedoch später den Plan für das Drogengeschäft beschrieb, tauchte DeLorean darin gar nicht auf:

"Der Plan sah also folgendermaßen aus: Vicenza [DEA-Agent John Valestra] investiert fünf Millionen Dollar. Hetrick geht, beschafft den Stoff und kommt zurück. Sie nehmen den Stoff, verkaufen ihn und überlassen Tisa das Geld. Und Tisa nimmt das Geld und zahlt es aus. Ist das korrekt?", fragte mein Anwalt.

"An Mr. DeLorean, ja", antwortete Hoffman.

"Das war der Plan, richtig?"

"Im Wesentlichen, ja."

[...]

Und einmal mehr stellte Howard die wichtigste Frage. "Nun, wofür benötigten Sie John DeLorean?"

Wäre die Antwort nicht so armselig gewesen, hätte man sie fast mit Humor nehmen können. "Für die Investition in die Betäubungsmittel." Gerade erst hatte Hoffman den Kaufplan beschrieben und mich darin mit keinem Wort erwähnt. Vicenza sorgte für das Geld, Hetrick für die Drogen, Hoffman für den Verkauf und die Weitergabe des Geldes an Tisa und Tisa für die Auszahlung der Einnahmen.

[...]

Howard ließ nicht locker: "Wofür benötigten Sie John DeLorean?"

"Für eine Investition."

Aber es gab keine Investition. Das Drogengeschäft hatte von Vicenza finanziert werden sollen, dem Mann, der verdeckt als große kriminelle Verbindung von James Hoffman gearbeitet hatte.
(DeLorean Autobiografie, S.296-297)

Am 30. Mai änderte James Hoffman urplötzlich seine Aussage. Plötzlich war es wieder John DeLorean, der zwei Millionen Dollar investiert hatte. Alles musste von Hoffman erklärt werden. Gemäß seiner Aussage war nichts wirklich so wie es schien. Doch im Gegensatz zu Benedict Tisa sprach Hoffman äußerst überzeugend. Wann immer eine Tonbandaufnahme abgespielt wurde und der Dialog keine Anzeichen dafür enthielt, dass DeLorean ein Verbrechen begangen hatte, fand Hoffman in seinen Worten versteckte Botschaften, die sich angeblich auf vorangegangene, unaufgezeichnete Aussagen bezogen.

Schließlich aber machte Hoffman doch noch einen Fehler. Nachdem er zu Beginn der Ermittlung Interesse an einer Investition in die DMC bekundet hatte, war ihm am 9. Juli 1982 ein Paket mit Informationen zur Firma zugesandt worden. Dieses Paket bewies, dass man in Hoffman zu Beginn einen potentiellen Investor gesehen hatte und keinen Drogenhändler. Vor Gericht behauptete er daher, jenes Paket nie erhalten zu haben. Auch das vermeintliche Postfach, das als Adresse fungiert hatte, schien ihm nicht bekannt.

Damit leistete sich Hoffman einen bedeutenden Fehltritt. Ich war mir sicher, besagte Adresse von ihm erhalten und den Brief abgeschickt zu haben. Meine Sekretärin, Carole Winkler, bestätigte dies später. [...] Als ich nicht in die Gerichtssitzungen involviert war, rief ich Escondido an. Mit Hilfe des Telefonbuches machte ich die privaten Postfachfirmen des Ortes ausfindig, rief eine nach der anderen an und gab mich für James Hoffman aus. Ich erklärte, bei der jeweiligen Firma ein Postfach zu halten und mich nicht erinnern zu können, ob ich meine Miete bereits gezahlt hatte. So erfuhr ich in nur wenigen Minuten exakt, bei welcher Firma James Hoffman sein Postfach hielt und stellte fest, dass es noch immer in seinem Besitz stand. Dadurch waren wir in der Lage, die entsprechenden Unterlagen vorzuladen und bewiesen, dass der Mann ein Lügner war.
(DeLorean Autobiografie, S.300)

An einem anderen Tag fragte Walsh Hoffman, ob dieser den Angeklagten hasse. Er wollte wissen, warum er sich zu einer Aussage gegen John DeLorean entschieden hatte. Hoffman antwortete mit aufrichtiger Stimme, dass er sein Leben ändern und gute Taten vollbringen wolle. Weitzman war jedoch in der Lage, die Glaubwürdigkeit dieser Aussage komplett zu vernichten. Er fand heraus, dass ein anderer Informant von Staatsanwalt Walsh dieselbe Ansprache bereits Wort für Wort in einem anderen Fall verwendet hatte. Ferner konnte er mit Hilfe eines Dokuments beweisen, dass Hoffman für seine Aussage vor Gericht zehn Prozent aller im Zuge der Ermittlung beschlagnahmten Vermögensgüter verlangt hatte.

Als das herauskam, platzte Richter Takasugi der Kragen. "Hoffman ist nichts anderes als ein Söldner", meinte er. "Für Geld würde er alles sagen!" Ferner äußerte sich der Richter extrem kritisch über Staatsanwalt Walsh, da uns dieser das wichtige Beweisstück lange vorenthalten hatte.
(DeLorean Autobiografie, S.302)

Hoffman machte im Zeugenstand einen überzeugenden Eindruck. Sein Auftritt wirkte gekonnt. Im Gegensatz zu Benedict Tisa erlaubte er sich nur wenige schwere Fehler. Allerdings zweifelten die Geschworenen an seiner Glaubwürdigkeit. Es war für die Staatsanwaltschaft nicht gerade von Vorteil, dass ihr Schlüsselzeuge ein mehrfach verurteilter Eidbrecher war.

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