Im November 1978 nahm Lotus das Heft in die Hand. Der englische Automobilfabrikant sollte in Zusammenarbeit
mit einem Team der DMC (angeführt von Collins) den Prototyp zu einem alltagstauglichen Serienmodell weiterentwickeln.
Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Teams der beiden Firmen
nicht besonders miteinander har- monierten. Als John DeLorean schließlich auch noch einen Ingenieur namens Mike Loasby von
Aston Martin verpflichtete, der im Großen und Ganzen Collins' Arbeit übernahm, trat dieser enttäuscht zurück,
woraufhin Loasby offiziell dessen Nachfolge im Team der DMC antrat.
In Hinsicht auf das Design nahm Lotus keine allzu großen Veränderungen vor. Allerdings verpassten die Briten dem Fahrzeug ein komplett neues Fahrgestell (das sogenannte 'Backbone-Chassis'), das erstmals 1964
im Lotus Elan Verwendung gefunden hatte und nun auch parallel bei der Entwicklung des neuen Esprit
eingesetzt wurde. John DeLorean hatte zudem für die Herstellung der GFK-Karosserie ein revolutionäres Presssystem
namens ERM (Elastic Reservoir Molding) im Visier, für welches er sämtliche Rechte erworben hatte. Allerdings
ließ sich der Automobilmanager letztlich zur Nutzung eines ähnlichen, im Besitz von Lotus stehenden Systems namens
VARI (Vacuum Assisted Resin Injection) überreden, da dieses konstengünstiger und einfacher anzuwenden war. Auf Grund
solcher Anpassungen entwickelte sich der DeLorean mehr und mehr zu einem zweiten Lotus Esprit.
Neben weiteren technischen Änderungen sandte man auch das Mockup von ItalDesign zurück nach Turin, da
Giugiaro das Aussehen des DeLorean noch einmal überarbeiten sollte. Der Italiener bearbeitete daraufhin
nur eine Hälfte des Mockups neu, um einen optimalen Kon- trast zwischen Prototyp und Serienmodell herzustellen.
Beim Vergleich dieser beiden fallen neben den geglätteten Kanten insbesondere die erneuerte Form der Fenster
und Lufteinlässe, das neue Design der Felgen sowie die leicht veränderte Heck- und Frontpartie auf.
Im Frühjahr 1980 waren bereits drei Jahre seit der Vorstellung des ersten Prototyps vergangen und all
die Händler, die sich bereit erklärt hatten, das Fahrzeug der DeLorean Motor Company zu verkaufen,
waren seit- dem zunehmend ungeduldiger geworden. Als nun im Februar 1980 die 'National Automobile Dealers
Association' (NADA) in New Orleans tagte, war die DeLorean Motor Company gezwungen etwas vorzuwei- sen. Aus diesem
Grund hatte man in Dunmurry knapp ein Dutzend "Pre-Production" DeLoreans gefertigt: Fahrzeuge, die dem
letztendlichen Verkaufsmodell zum Verwechseln ähnlich sahen, aber dennoch signifikante Unterschiede
vorzuweisen hatten. Beispielsweise war man sich zum damaligen Zeitpunkt in der Führungsetage der DeLorean
Motor Company hinsichtlich der Fensterkonstruktion noch immer nicht einig geworden. Die meisten der Pre-Production Fahrzeuge
haben daher Fenster, die sich seitlich und nur manuell öffnen lassen, das Verkaufsmodell dagegen kann
elektronische Fensterheber vorweisen. Ein zweiter offensichtlicher Unterschied zwischen Vorproduktions- und
Produktionsfahrzeug stellen die Felgen dar. Die Fahrzeuge erfüllten in New Orleans und spätestens auf einer
Werbebroschüre, die Mitte 1980 versandt wurde, dennoch ihren Zweck
(zum Video).
Heute sind jene Pre-Production Fahrzeuge auf Grund ihrer Seltenheit natürlich äußerst
gefragt und dementsprechend wertvoll. Da sie sich zudem in Details auch untereinander
unterscheiden, kann jedes dieser Automobile als Unikat angesehen werden. Lotus-Mitarbeiter
haben jedoch bestätigt, dass eine große Anzahl dieser Pilot-Cars im Nachhinein willentlich
zerstört wurden. Aus diesem Grund bemühen sich DeLorean-Enthusiasten heute umso mehr,
die übrig gebliebenen Fahrzeuge ausfindig zu machen. Denn jeder Pre-Production
DeLorean stellt ein Puzzlestück zur Aufklärung der Entwicklungsgeschichte des
Flügeltürers dar.
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