Gerald Scotti und Carole Winkler waren die einzigen Zeugen, die zu meiner Verteidigung aussagten. Ursprünglich hatten wir einen weitaus größeren Verteidigungsplan in Betracht gezogen. Wir hatten sorgfältig die Tatsache belegt, dass die vom FBI und dem Justizministerium bereitgestellten Tonbänder ausgiebig manipuliert worden waren. Wir besaßen von Hoffman unterzeichnete Dokumente, die bewiesen, dass er mir den Eindruck vermittelt hatte, er wolle ein legales Geschäft für die Finanzierung meiner Firma zusammenstellen und nicht mit Drogen handeln. Wir verfügten über Zeugen und Dokumente, die bestätigten, dass die Regierung von Beginn an von meiner Unschuld gewusst hatte. Wir hatten den Brief, den ich vor meiner Verhaftung an meinen Anwalt geschrieben hatte, welcher so eindeutig zeigte, dass ich von Mitgliedern des organisierten Verbrechens bedroht zu werden glaubte. Wir hatten die Ergebnisse eines Polygraphentests und Beweise für die Gegebenheit, dass Kläger Walsh und andere bei der Darlegung des Falles vor der Grand Jury einen Meineid geleistet hatten. Wir hatten Kenneth Kidwell, den Präsidenten der Eureka Bank, der [...] mir versicherte, er habe Informationen, die den gesamten Fall der Regierung "wegpusten" und als reine Fabrikation entlarven würden. [...] Und schließlich gab es buchstäblich tausende weitere Dokumente, mit deren Hilfe die Argumente der Staatsanwaltschaft zertrümmert und meine Unschuld derart deutlich dargelegt worden wäre, dass sogar meine schlimmsten Feinde für einen Freispruch hätten plädieren müssen. Doch nachdem Gerald Scotti den Zeugenstand verlassen hatte, wurde nichts mehr von all dem benötigt.

Benedict Tisa hatte den Geschworenen gezeigt, dass ein FBI-Agent [...] zur Manipulation von Aufzeichnungen bereit gewesen war. John Valestra von der DEA hatte sich bei den Geschworenen für seine Lügen entschuldigt und ebenfalls ein entscheidendes Dokument zurückdatiert. James Hoffman hatte unter Eid über das gelogen, was ich ihm zugesandt hatte, und aufgedeckt, dass er sogar während seiner Tätigkeit als Informant weiterhin in illegale Machenschaften verwickelt war - Machenschaften, von denen seine Aufseher in der Regierung nichts gewusst hatten. Wir brauchten unseren umfangreichen Verteidigungsplan nicht. Meine Feinde hatten sich beim Versuch, mich zu ruinieren, selbst zerstört.
(DeLorean Autobiografie, S.315-316)

Am 6. August 1984 waren alle Zeugen verhört worden. Nun mussten nur noch die Schlussplädoyers vortragen werden, ehe sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen durften. Robert Perry begann. Perry hob die Tatsache hervor, dass DeLorean mehr als 4000 Dollar für Hotelzimmer und Flüge ausgegeben hatte, um sich mit Hoffman und den anderen "Kriminellen" zu treffen. Was er hierbei vergaß, waren die vielen Millionen Dollar, welche die Regierung ausgegeben hatte, um DeLoreans Festnahme herbeizuführen (Weitzman machte hierauf später in seinem Schlussplädoyer aufmerksam). Perry fasste den gesamten Fall noch einmal aus Sicht der Regierung zusammen. Wie im Eröffnungsplädoyer hob er hervor, dass DeLorean durch das Geld aus dem Drogengeschäft verzweifelt seine Firma zu retten versuchte.

"Meine Damen und Herren, wenn Sie sich das Beweismaterial ansehen, werden Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass John DeLorean die Möglichkeit sah, Millionen durch Betäubungsmittel zu verdienen. Und er akzeptierte das Risiko. Er konzipierte seinen eigenen Untergang. Er allein ist der Architekt seiner eigenen Vernichtung."

[...]

[Doch] Staatsanwalt Walsh musste einräumen, dass einiges sogar für ihn wenig Sinn ergab: "Am 29. Juni rief der im Dienst der Regierung stehende Mr. Hoffman John DeLorean in New York City an. Hoffman hat ausgesagt, er habe ihn angerufen, weil er herausfinden wollte, ob er sein Kind mit dem Jungen von John DeLorean zusammenbringen konnte. Nun, Sie müssen zugeben, dass das grotesk klingt. Es klingt einfach grotesk, dass jemand einen Mann anruft, der 3000 Meilen entfernt ist, einen Mann, den er seit zwei Jahren nicht mehr gesprochen hat, nur um über eine Zusammenkunft der Kinder zu sprechen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass zwischen diesen Kindern ein hoher Altersunterschied besteht, fast fünf oder sechs Jahre."

Natürlich war es grotesk, es war schließlich eine Lüge. Es handelte sich um ein Gespräch, das der Regierung zufolge nicht aufgezeichnet worden war. Ich vermute jedoch, es wurde entweder nicht aufgezeichnet, weil Hoffman wusste, dass es ihn als Betrüger entlarven würde, oder aber es wurde aufgezeichnet und anschließend von einem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft vernichtet, da es meine Unschuld untermauert hätte. Ich war empört darüber, dass solche Fantasien in dieser Ausführlichkeit im Schlussplädoyer auftauchten.

[...]

"Nein, meine Damen und Herren, hier macht nur eines Sinn: James Hoffman rief wegen der Kinder an und Mr. DeLorean lenkte das Gespräch auf ein Drogengeschäft. Er sah im Anruf dieses Mannes, mit dem er seit zwei Jahren nicht mehr gesprochen hatte, eine Möglichkeit, da er glaubte, dass dieser Mann in der Drogenbranche tätig sei...."

Selbstverständlich überging Perry die Aussage Scottis, derzufolge Hoffman gestanden hatte, dass ich nicht über seine Involvierung in Drogengeschäfte informiert war. Er erwähnte auch mit keinem Wort die Tatsache, dass von meinen vermeintlichen Anrufen keinerlei Tonbandaufnahmen existierten.
(DeLorean Autobiografie, S.318-320)

Am 7. August 1984 schlug die Stunde des Schlussplädoyers von Howard Weitzman und Don Re. Weitzman hob zuerst die Tatsache hervor, dass die Regierung der Verteidigung viele wichtige Dokumente vorenthalten hatte. Dann ging er zu James Hoffman und dessen "unaufgezeichnete Telefonate" über. Auch Don Re widmete Hoffman in seinem Teil der Zusammenfassung einige herbe Worte. Schließlich erklärte Weitzman die Sachlage anhand einer Aussage von Staatsanwalt Perry: "Mr. Perry gab [...] einen netten Satz von sich. Er meinte: 'Ist man der Verteidiger in einem Betäubungsmittelprozess und hat die Fakten nicht auf seiner Seite, bestreitet man das Gesetz; ist man der Verteidiger in einem Betäubungsmittelprozess und hat das Gesetz nicht auf seiner Seite, bestreitet man die Fakten; und hat man weder Gesetz noch Fakten auf seiner Seite, attackiert man die Regierung.' Natürlich gibt es auch noch eine vierte Alternative: Was macht man, wenn man sowohl Gesetz als auch Fakten auf seiner Seite hat? Eben das, was wir gerade machen!"

"Im Prinzip steht hier die Regierung vor Gericht, da dieser Fall in gewisser Hinsicht ein Präzedenzfall ist. Er wird eine Botschaft aussenden. Wie steht es um die Überwachung von Informanten, die Auswertung von Telefongesprächen oder die Schöpfung von Verbrechen? Lassen Sie mich die lange Liste der unangefochtenen Fakten dieses Falles durchgehen."

"Sämtliche Gespräche und Treffen sind von der Regierung choreographiert worden. Jedem Treffen ging ein Meeting voraus, in dem die Gesprächsthemen, deren Einleitung und der Grund für die Einleitung festgelegt wurden. Die Regierung hat jedes einzelne dieser Treffen sorgfältig vorbereitet. Sie war es, die all die Gespräche über Drogen in Gang setzte. Sie war es, die all die Wortwechsel zweideutig führte." [...]

"Die Regierung wählte die Art der Droge. Sie stellte das Geld zur Verfügung. Sie sorgte für die Alternativen. Sie legte den Zeitplan fest. Mr. Perry nannte dies eine kreative Ermittlung." [...]

"[Wenn Hoffman gelogen hat] - und Mr. Perry selbst bezeichnete die Aussage seines Zeugen als 'grotesk' - fällt dieser Fall wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Dann nämlich steht fest, dass sich Hoffman diesen Mann vorknöpfen wollte. Und kein einziger Zeuge hat Scottis Aussage diesbezüglich widersprochen! Denn keiner war dazu in der Lage."
(DeLorean Autobiografie, S.325-326)

Weitzman beendete das Schlussplädoyer der Verteidigung, indem er sich noch einmal direkt an die Jury wandte.

"Ich werde Ihnen nun etwas sagen: Was hier geschehen ist, ist nicht richtig. Denken Sie darüber nach. Denn wenn als Botschaft der ganzen Sache herauskommt, dass so etwas in Ordnung ist, hat niemand von uns eine Chance."
(DeLorean Autobiografie, S.327)

Es war fast vorbei. Richter Takasugi ging noch einmal die Anklagepunkte durch, ehe er die zwölf Geschworenen schließlich aufforderte, sich zur Beratung zurückzuziehen. Sie allein entschieden über DeLoreans Zukunft.

Ich vermute, ich hätte nervös sein sollen. Cristina war unglaublich aufgeregt. Howard konnte kaum schlafen. Die Last der Verhandlung hatte sich negativ auf die Ehen von Don und Mona ausgewirkt. Beide Beziehungen waren durch die Tortur in die Brüche gegangen. Jeder hatte endlose Stunden mit der Vorbereitung des Falles und der Auswertung des Beweismaterials zugebracht. [...] Obwohl wir alle wussten, dass wir im Recht waren, war die Warterei für Howard, Don, Mona und Cristina eine Periode von endloser Anspannung. Ich kann ehrlich behaupten, dass ich der Einzige war, der Ruhe bewahrte. Ich verstand, dass der Ausgang des Prozesses in den Händen des Herrn lag. Hätte ich mir mit dieser Erkenntnis Sorgen gemacht, wäre das ein Sakrileg gewesen.
(DeLorean Autobiografie, S.327-328)

Schließlich war es soweit. Das Warten hatte ein Ende. Die Geschworenen hatten eine schnelle Entscheidung getroffen. Am Donnerstag, den 16. August 1984, kehrten sie gegen 12.20 Uhr von ihrer Beratung zurück. Nachdem sich alle Beteiligten im Gerichtssaal eingefunden hatten, folgte die Urteilsverkündung.



Das Gericht
"Das Gericht hat die Mitteilung Nummer Eins der Geschworenen erhalten, welche mit dem heutigen Datum, dem 16. August 1984, 10.35 Uhr versehen ist und vom Vorsitzenden der Geschworenen mit dem Hinweis unterschrieben wurde, dass ein einstimmiges Urteil erreicht wurde. Herr Vorsitzender, ist das korrekt?"

Der Vorsitzende
"Ja, das ist korrekt, Euer Ehren."

Das Gericht
"Überreichen Sie das Urteil bitte unserem Gerichtsdiener… Frau Gerichtsschreiberin, verlesen Sie bitte das Urteil."

Die Gerichtsschreiberin
"Das Urteil lautet: Die Vereinigten Staaten von Amerika gegen John Z. DeLorean.
'Wir, die Geschworenen im oben genannten Fall, befinden den Angeklagten John Z. DeLorean für nicht schuldig in Anklagepunkt Eins, für nicht schuldig in Anklagepunkt Zwei, für nicht schuldig in Anklagepunkt Drei, für nicht schuldig in Anklagepunkt Fünf, für nicht schuldig in Anklagepunkt Sechs, für nicht schuldig in Anklagepunkt Sieben, für nicht schuldig in Anklagepunkt Acht und für nicht schuldig in Anklagepunkt Neun der Anklageschrift.'"

Der Gerichtsdiener
"Ruhe."

Das Gericht
"Lassen Sie uns die Geschworenen befragen."

Angeklagter DeLorean
"Preiset den Herrn."



Und dann war es wirklich vorbei. Ich umarmte Cristina, meine Anwälte, einfach jeden, den ich zu greifen bekam.

In der Tat: Preiset den Herrn!
(DeLorean Autobiografie, S.328)



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