
Am 19. Oktober fand das Gipfeltreffen statt. Hoffman und Benedict trafen DeLorean am International Airport
und fuhren ihn in einem weißen Cadillac zum nahegelegenen Sheraton La Reina Hotel von Los Angeles.
Ursprünglich hatte das Treffen im Irvine-Hauptquartier der DeLorean Motor Company stattfinden sollen,
also in Orange County. Noch am Morgen des 19. Oktobers 1982 waren die Pläne jedoch kurzfristig zugunsten eines
Hotelzimmers geändert worden.
Ich war fast zu benommen, um Angst zu haben und der Weg, den meine Gedanken gingen,
wies daraufhin, dass ich tief im Inneren außer Kontrolle war.
Vor dem Hotel stiegen wir aus dem Auto. Sie werden mich nicht auf dem Parkplatz
umbringen, oder? Vielleicht im Aufzug…im Hotelzimmer…
Drinnen wartete Vicenza. War er der Killer? Oder wollten sie wirklich nur über das
Geschäft sprechen? Hatte ich sie davon überzeugt, dass ich mich ihren Plänen
anschließen würde? Ich würde Kimmerlys Ratschlägen folgen, über die Geschäfte reden, allem zustimmen,
aber Zeit schinden. In meinem Herzen war ich jedoch davon überzeugt, dass dies für mich das Ende war.
(DeLorean Autobiografie, S.213-214)
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Nachdem sich Benedict, Hoffman, Vicenza und DeLorean in Zimmer 501 des Hotels eingefunden hatten, folgte

ein Gespräch über die Einzelheiten der Investition. In diesem Zusammenhang sprach man insbesondere über die
endgültig bevorstehende Fabrikschließung. Ferner erörterte man eine internationale Geldwäsche.
DeLorean wusste, dass man mit Hilfe der DMC kein Geld waschen konnte. Es gab amerikanische, nordirische und britische Rechnungsprüfer,
die Börsenaufsichtsbehörde und darüber hinaus die Britische Regierung, die jeden Penny der DMC zweimal überprüfte.
Doch DeLorean hatte nicht vor, den Verbrechern hiervon zu erzählen. Der Frage, wie man das gewaschene Geld außer Landes bringen könne,
wich er geschickt aus und lenkte das Gesprächsthema einmal mehr auf den regulären Firmenbetrieb.
Bitte, Gott, lass' mich aus dieser Sache heil herauskommen, dachte ich und
sprach weiter. [...] Weiter über den Firmenbetrieb sprechen. Ich muss weiter über den
Firmenbetrieb sprechen. Sie langweilen. Das ist es, was Kimmerly sagte. Sie
langweilen. Zeit schinden. Wenn ich hier doch nur heil herauskomme.
(DeLorean Autobiografie, S.215)
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DeLorean nannte erneut die von ihm benötigte Geldsumme und erklärte, wie das Unternehmen in Zukunft
geführt werden müsse. Er folgte den Ratschlägen seines Rechtsanwalts und versuchte seine Gesprächspartner
zu langweilen, ergo sprach er weiterhin ausführlich und langatmig über den Firmenbetrieb. Plötzlich aber, ohne Vorwarnung, geschah es.
Aus irgendeinem Grund erhob sich Benedict von seinem Platz, ging zum Wand- schrank und holte einen Koffer hervor,
der, wie er sagte, voller Kokain war. DeLorean konnte nicht verstehen, warum. Er glaubte, man wolle ihn
beeindrucken, ihm Angst einjagen.
Sie versuchen mich zu beeindrucken. [...] Wir haben die Drogen, John. Wir
sind die ganz Großen. Wir haben die Milliarden-Dollar Bank unter unserer Kontrolle. Wir haben
die Schusswaffen. Und wir haben dich, John DeLorean. Willkommen in der Twilight Zone. Nur ist dies
nicht das Fernsehen. Rod Serling wird nicht auftauchen, das Ende zusammenfassen und die Sendung anschließend für
einen Werbespot unterbrechen. Entweder bist du in ihren Augen einer von ihnen oder du bist ein
toter Mann.
Aus irgendeinem Grund wusste ich nun, dass ich nicht sterben würde. Diese irren Gangster waren davon überzeugt, ich
würde mit ihnen sympathisieren. Alles war so verrückt geworden, dass ich nur lachen und sagen konnte: "Es ist besser
als Gold. Herrgottnochmal, Gold wiegt mehr als das." Es war totaler Irrsinn, dennoch wusste ich irgendwie, dass ich
aus der Sache lebend herauskommen würde. Lass’ sie nur glauben, dass sie mich haben – Ich werde leben!
Sie bestellten Champagner. Ein Toast auf unsere neue Partnerschaft! Meine
Familie ist in Sicherheit. In dem Wahnsinn des Moments war ich glücklicher denn
je. Meine sorgfältig errichtete Welt – meine Firma, mein Stolz, meine Zukunft –
war zerstört, dennoch grinste ich wie ein Narr und stieß mit ihnen an.
Ich erklärte ihnen, wir seien auf unserem Weg. Ich war erleichtert, müde,
nicht länger verängstigt und fühlte mich wie der Bewohner einer Traumwelt.
Nichts machte Sinn, außer der Gegebenheit, dass ich möglicher- weise nicht sterben würde. Und aus
irgendeinem Grund hatte man einige Kilogramm Kokain in das Zimmer gebracht.
Schließlich öffnete sich die Tür und ein neuer Mann trat ein.
"Hi, John?", sagte er.
"Hi", antwortete ich, unsicher wer der Mann war und warum er lächelte. Lächelt
ein Killer? (Später erfuhr ich, dass Jerry West seine Sprechweise, seinen Gang
in das Zimmer und sein Lächeln unzählige Male geprobt hatte, da er wusste, dass
diese Szene landesweit im Fernsehen gezeigt würde. Er wollte es für die
Kameras und das Publikum optimal über die Bühne bringen.)
"Jerry West vom FBI. Ich verhafte Sie hiermit wegen Verstoßes gegen das
Betäubungsmittelgesetz."
Als er weitersprach waren seine Worte verschwommen.
"Okay, bevor wir Ihnen irgendwelche Fragen stellen, müssen Sie Ihre Rechte kennen. Sie haben das Recht, die Aussage zu
verweigern. Alles, was Sie sagen, kann vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, mit einem Anwalt
zu sprechen und einen solchen zu jeder Befragung hinzuzuziehen. Wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, wird
Ihnen einer gestellt. Sollten Sie sich nun entscheiden, ohne einen Anwalt Fragen zu beantworten, so haben Sie nach wie
vor jederzeit das Recht, die Aussage zu verweigern. Haben Sie das verstanden?"
"Ja."
"Okay, hier haben wir eine Verzichtserklärung, falls Sie auf diese Rechte verzichten möchten. Sie besagt: 'Ich habe
die Erklärung meiner Rechte gelesen und verstanden, welche Rechte ich habe. Ich bin bereit, eine Aussage zu machen und
Fragen zu beantworten. Ich möchte derzeit keinen Anwalt. Ich verstehe und weiß, was ich tue. Mir wurden keine
Versprechungen gemacht. Es wurden keine Drohungen ausgesprochen und weder Druck noch Zwang auf mich ausgeübt.'
Haben Sie das verstanden?"
"Ja."
"Möchten Sie die Verzichtserklärung unterschreiben?"
"Nein, ich möchte meinen Anwalt anrufen."
(DeLorean Autobiografie, S.216-217)
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DeLorean wurden Handschellen angelegt. Das Unfassbare war eingetreten: John DeLorean,
das Wunderkind aus Detroit, der ehemalige Vizepräsident von General Motors, das Aushängeschild der US-Automobilindustrie, war wegen
Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verhaftet worden.

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