Nachdem die Kaution bezahlt und John DeLorean wieder auf freiem Fuß war, begann die
die eigentliche Tortur. Spießrutenläufe durch Scharen von Fotografen und Journalisten, ein nicht
enden wollendes Blitz- lichtgewitter und unhöfliche Fragen jeder Art von neugierigen Reportern. Für den bevorstehenden
Gerichts-

prozess musste DeLorean ferner mit Hilfe eines Anwalts eine solide
Vertei- digung aufbauen. Das hierzu notwendige Geld hatte ihm die Regierung jedoch durch die Kautionssumme
genommen. Dennoch wandte sich der Amerikaner zuanfangs an die besten und teuersten Anwälte der Westküste und
engagierte die in Los Angeles angesiedelte, hoch geachtete Anwaltskanzlei Huffstedler, Miller, Carlson and Beardsley.
Nachdem er bereits knapp 600.000 Dollar in diese Kanzlei investiert hatte, machte DeLorean jedoch einen Rückzieher.
Dieser basierte auf einem groben Fehler, der dem Senior-Partner der Kanzlei bei der Ausarbeitung des Falles
unterlief sowie der Bekanntschaft, die DeLorean mit zwei jungen Strafrechtspezialisten machte, welche damals als
Prozessgehilfen bei seiner Anwaltskanzlei in Los Angeles angestellt waren: Howard Weitzman und Don Re.
Je länger ich meinem Anwalt zuhörte, desto mehr realisierte ich, dass er keine Ahnung vom Strafrecht hatte und
immer größere Teile des Falles auf Weitzman und Re übertrug. Als ich spürte, dass Weitzman und Re für den Job
besser qualifiziert waren als der andere Anwalt, entschied ich letztlich, mich direkt an sie zu wenden. Dabei
offenbarte ich ihnen ehrlicherweise, dass ich für den Prozess einen namhaften Rechtsanwalt hinzuzuziehen plante.
Doch dazu kam es nie. Und diese Entscheidung habe ich nie bereut.
(DeLorean Autobiografie, S.237)
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Weitzman und Re nahmen das Beweismaterial in Augenschein und waren sofort von DeLoreans Unschuld überzeugt.
Sie verstanden den Fall, zeigten sich über die Vorgehensweise der Regierung schockiert und waren bereit, alles in
ihrer Macht stehende zu unternehmen, um DeLorean erfolgreich zu verteidigen. Dass beide gänzlich unbekannt waren und
vor Gericht keine großen Erfolge vorzuweisen hatten, spielte für DeLorean keine Rolle. Berühmten Strafverteidigern -
unter ihnen Gerry Spence, Jim Neal und Richard Haynes - sagte er ab.
Weitzman und Re wussten, wonach sie suchen mussten. Beide prüften persönlich den gesamten Fall, nahmen dabei
hunderttausende Dokumente unter die Lupe und übertrugen das gesamte Material auf einen Computer, um unkompliziert
auf Querverweise zurückgreifen zu können. Als sie schlussendlich bereit für den Prozess waren, kannten sie den Fall
vorwärts und rückwärts.
(DeLorean Autobiografie, S.238)
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Mit Hilfe seiner beiden Anwälte sowie einer jungen Strafverteidigerin namens Mona Soo Hoo, die Howard und Don
aushalf, arbeitete DeLorean in der Folge einen umfangreichen Verteidigungsplan aus. Er richtete sich im Konferenzsaal vor
Howards Arbeitszimmer gar ein kleines Büro ein und wurde in der Folge zu seinem eigenen Privatdetektiv. So konnte er später James
Hoffman vor Gericht eine augenscheinlich kleine Lüge nachweisen, die jedoch dessen Glaubwürdigkeit zum Einsturz brachte.

Sorgen machte sich John DeLorean um seine Familie. Da er in den Medien als kaltherziger Kokaindealer dargestellt
wurde, waren seine Kinder in der Schule schnell dem Spott ihrer Mitschüler ausgesetzt. Auch die Karriere seiner
Ehefrau, Cristina Ferrare, nahm Schaden. Da sie nun mit einem "Schwerverbrecher" verheiratet war, schien urplötzlich
keine Modelagentur mehr an einer Zusammenarbeit mit ihr interessiert. Bestehende Verträge wurden kommentarlos gekündigt.
Nicht selten riet man ihr daher in diesem Zusammenhang zu einer schnellen Scheidung.
Ich war berühmt, mein Name war jedermann geläufig, also wurde ich zum Freiwild für Komiker und Karikaturisten. Es
gab keine Comedy-Talkshow, die keine Witze über John DeLorean oder das Auto erzählte, keinen redaktionellen Zeichner,
der nicht mit Freude meine "Karriere" als Kokaindealer parodierte - selbst Gary Trudeau verhöhnte mich in seinem
populären, satirischen Comicstrip "Doonesbury". [...] Ist man selbstständig und stolpert, lässt kein Konformist
die Gelegenheit aus, auf den am Boden Liegenden einzutreten. Und obgleich es keinen Spaß macht, am Tiefpunkt
angelangt getreten zu werden, so wusste ich doch, dass ich die Prellungen verkraften konnte. Allerdings war ich
mir nicht sicher, ob dies auch auf Zachary und Kathryn zutraf.
(DeLorean Autobiografie, S.241)
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Als man sich im August 1983 bereits dem ersten Verhandlungstermin näherte, nahm Don Hewitt von CBS Kontakt zu
Howard Weitzman auf und teilte diesem mit, dass er die Videobänder der DeLorean-Ermittlung von Larry Flynt erworben habe
und landesweit im Fernsehen ausstrahlen würde. So wurden eines Abends schließlich Millionen Amerikaner Zeugen des
letzten Treffens im Sheraton La Reina Hotel von Los Angeles, in dessen Verlauf DeLorean das Kokain
für "besser als Gold" erklärt hatte. Nun war natürlich auch der letzte US-Bürger von DeLoreans Schuld überzeugt.
Richter Robert Takasugi sah sich auf Grund der landesweiten Ausstrahlung der Videobänder - allen voran die
sorgfältig inszenierte Aufzeichnung der Festnahme - letztlich dazu gezwungen, das Verfahren auf den kommenden
Februar zu verschieben. Diese Maßnahme sollte eine ausführlichere Befragung der in Betracht gezogenen
Geschworenen ermöglichen und den durch die Fernsehausstrahlung hervorgerufenen Effekt der Voreingenommenheit
minimieren.
(DeLorean Autobiografie, S.246)
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Als der Prozess schließlich am 18. April 1984 eröffnet wurde, war der Angeklagte guten Mutes...
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