Mitte der Siebziger Jahre war es zunächst nichts Ungewöhnliches, wenn ein Amerikaner sein
eigenes Auto zu bauen plante, doch John Zachary DeLorean schaffte es ganz Amerika
in seinen Bann zu ziehen. Bereits vor Produktionsstart war der Sportwagen der DeLorean
Motor Company das Gesprächsthema der US-Automobil-
welt. Als die Montagebänder in Dunmurry
im März 1981 schließlich ihren Betrieb aufnahmen, lagen der Firma unlängst zahlreiche
Bestellungen vor. Aus- gelöst worden war dieser Enthusiasmus durch DeLoreans
Werbekamkampagne. Von Anfang an berichteten unzählige Magazine und Zeitungen über DeLoreans
Traum und der Amerikaner setzte mit Broschüren und Werbeartikeln noch einen drauf. Als
Höhepunkt diente ein im nationalen US-Fernsehen ausge- strahlter Werbefilm, der endgültig Zeichen
setzte. Der Slogan "Live The Dream" schlug ein. Amerika erwartete einen neuen Super-Sportwagen.
Jeder vertraute der Erfahrung des Mannes, der achtzehn Jahre seines Lebens die Karriereleiter
bei General Motors emporgeklettert war. Die Erwartungen stiegen ins Unermessliche.
Teilweise bestellten die Menschen einen DeLorean ohne das Automobil zuvor gesehen zu haben.
Ein weiterer Geniestreich folgte mit der Platzierung der Firmenzentrale in der Park Avenue von New York. DeLorean erfuhr zum damaligen Zeitpunkt, dass die Xerox Corporation ihre Büros in der Region aufgeben wollte. Entscheidend war jedoch hierbei,
dass das Unternehmen über einen langfristigen Mietvertrag verfügte, welcher zu
einem Zeitpunkt abgeschlossen worden war, an dem die Leerstandsrate in Manhattan
neue Maße angenom- men und der allgemeine Immobilienwert des Bezirks einen Rekordtiefstand erreicht hatte. Gemäß
dem Mietvertrag durfte Xerox die Büros im Falle eines Auszugs weitervermieten,
doch war die Firma dazu verpflichtet, die Differenz zwischen der neu ausgehandelten
und ursprünglichen Miete an den Grund- stücksbesitzer weiterzuleiten. Da Xerox somit
keinerlei Gewinn aus einem erhöhten Pachtbetrag schlagen konnte, entschied sich
das Unternehmen dazu, die Büros zum ursprünglichen Preis weiterzuvermieten.
Für DeLorean ergab sich so die einmalige Möglichkeit, das Hauptquartier
seiner Firma in einem Bezirk aufzuschlagen, der unter normalen Umständen weit
außerhalb der finanziellen Möglichkeiten der Automobilfirma gelegen hätte. Doch mit diesem luxuriösen
Büro in der Park Avenue New Yorks vermittelte der Amerikaner Außenstehenden letztlich nicht
nur den offensichtlichen Anspruch auf Erfolg, sondern auch ein augenscheinlich
finanziell gesundes Unternehmen. Die Weichen waren gestellt.
Die DeLorean Motor Company hatte eine hochmoderne Fabrik, ein vielversprechendes Produkt und durch die Werbekampagne auch einen Markt, der über das Produkt herfiel. Die Grundvoraussetzungen für eine erfolg- reiche Firma waren geschaffen, dennoch scheiterte das Unternehmen. Vielleicht wurde von DeLoreans Sport- wagen einfach zuviel erwartet. Viele Käufer, die das Automobil ohne vorherige Begutachtung und zum Teil weit über dem Marktpreis erstanden hatten, zeigten sich im Nachhinein jedenfalls unzufrieden über ihren Kauf. Gerüchte über tiefgreifende Qualitätsmängel machten die Runde. Ein Problem, das es aus der Welt zu schaffen galt.
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